Dyslalie

Aus logopädisches Weblexikon
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Der Begriff Dyslalie bezeichnet die fehlerhafte Bildung eines Phonems, also eine fehlerhafte Artikulation. Dabei kann der Ziellaut fehlen (Mogilalie), durch einen anderen ersetzt sein (Paralalie) oder verzerrt (Distorsion) gebildet werden.

Formen der Dyslalie

audiogene D.

durch Hörstörung verursachter Stammelfehler, betroffen sind oft besonders die hochfrequenten Zischlaute.

Behandlung: Hörgeräteversorgung

funktionelle D.

weiterbestehende physiologische Dyslalie ohne organisch-pathologische Veränderungen der Sprechorgane, kann bis 10. Lebensjahr dauern, meist von Sprachentwicklungsstörung begleitet. Ursache sind motorische Entwicklungsverzögerung, sprachlich ungünstige Umweltbedingungen, Intelligenzstörung

inkosequente D.

der falsche Laut wird nicht immer auf dieselbe Weise fehlgebildet, z.B. singen = dingen oder gingen.

inkonstante D.

ein Laut wird mal richtig mal falsch gebildet. Kann Zeichen für phonologische Störung oder für das noch nicht automatisierte Beherrschen des Lautes sein.

konditionierte D.

gestammelter Laut wird als solcher erkannt. Lautfehler wird beibehalten, da immer wieder verstärkt.

mechanische D.

Ursache der D. ist Veränderung der Mundmuskulatur, des Kiefers u./o. Zahnsystems.

motorische D.

motorische Ungeschicklichkeit bei des Artikulationsbewegungen, zeigt sich besonders bei der Bildung von Lautverbindungen.

multiple D.

Falschbildung von mehr als zwei Lauten, erschwerte Verständlichkeit.

organisch bedingte D.

durch Schäden, Anomalien, Verletzungen der Artikulationsorgane oder druch eingeschränktes Hörvermögen bedingte Dyslalie.

partielle D.

Störung der Aussprache von 1-2 Lauten, Verständlichkeit noch gut.

sensorische D.

durch Wahrnehmungsstörung bedingtes Stammeln.

universelle D.

ein Großteil der Laute ist fehlgebildet, die Sprache besteht hauptsächlich aus Vokalen und ist daher fast unverständlich.

zentrale D.

Dyslalie durch Hirnschädigung, bei 30% der Mehrfachbehinderten.

Schwierigkeiten, die Lautfolgen in einem Satz in geordnetem Nacheinander zu sprechen, daher Umstellungen, Auslassungen, Verschmelzungen, Lauteinschiebungen, Angleichungen.

Typische Dyslalien