Schetismus

Schetismus ist die Bezeichnung für eine Fehlbildung des Lautes /sch/ [ʃ] und gehört zum Störungsbild der Dyslalie. Der /sch/-Laut gehört ebenso, wie der /s/-Laut, in die Gruppe der Sibilanten oder Zischlaute und damit zu der Lautklasse der Reibelaute (Frikative).

Normale Bildung

Man bildet eine Enge zwischen den Alveolen der oberen Schneidezähne (alveopalatal) und dem vorderen Teil der Zunge. So wird ein konzentrierter Luftstrahl auf die Kanten der Schneidezähne gerichtet. Die Zungenspitze ist leicht zurück gezogen, so dass zwischen Zungenspitze und Zähne ein Zwischenraum entsteht. Die Lippen sind beim [ʃ] vorgestülpt.


Fehlerhafte Bildung

Ersatz durch /t/,/d/,/s/,/ch1/ (phonologische Störung)

Dialektal bedingt:

  • Im nordwestdeutschen Raum wird das /sch/ oft durch ein s in Konsonantenverbindungen ersetz („Stolpern über’n spitzen Stein“)
  • Im Rheinland wird es oft mit den /ch/ („ich“) vertauscht und die Konsonantenfolge ss+ch als sk ausgesprochen ("bisschen" wird zu "bisken")

Wie beim Sigmatismus unterscheidet man, je nach Art und Weise der Fehlbildung, in folgende Formen:

  • Schetismus interdentalis: Die Zunge liegt bei der Bildung zwischen den Zähnen und die Luft breitet sich so fächerförmig über die gesamte Zunge aus.
  • Schetismus lateralis: Die Zungenränder wölben sich nicht ausreichend, sodass die Luft an den Zungenrändern raus strömt.
  • Schetismus nasalis: Die Luft wird überwiegend durch die Nase gelenkt, wodurch ein nasaler Stimmklang entsteht.
  • Schetismus stridens: Übermäßige Rinnenbildung der Zunge, wodurch bei der Lautbildung oft ein Pfeifgeräusch zu hören ist.
  • Schetismus labialis: Ein fehlerhafte Position/Bewegung der Lippen verändert die Qualität des Lautes.

Diese Formen der Fehlbildung beeinträchtigen nicht die Phonologie, also verändern nicht die Bedeutung des Gesagten, kann aber die Verständlichkeit des Betroffenen beeinflussen.