Psycholinguistisch orientierte phonologische Therapie

Psycholinguistisch orientierte Phonologie Therapie (P.O.P.T) ist ein Therapieverfahren für phonologische Störungen bei Kindern, basierend auf dem Sprachproduktionsmodell nach Stackhouse & Wells (1997), welches von Anette Fox 2005 für das deutsche Sprachsystem entwickelt wurde. Die Wirksamkeit dieser logopädischen Intervention konnte in Studien belegt werden. Bei diesem Konzept steht die Kontrastierung aller vom Prozess betroffenen Ziel- und Ersatzlaute und deren Visualisierung durch Lautsymbolbilder im Mittelpunkt.

Zielgruppe

Kinder mit einer konsequenten phonologischen Störung oder Kinder mit einer phonologischen Verzögerung die folgende Symptomatik aufzeigen:

Vorverlagerung, Rückverlagerung, Lautpräferenzen, Onsetprozesse

Grobes Vorgehen

Ein Prozess sollte nach einer ausreichenden Diagnostik ausgewählt werden, welcher pathologisch ist oder die meisten Phoneme betrifft.

Das Programm besteht aus einer Vorübung und 3 Therapiephasen

Vorbübung: Hierbei soll das Kind die Aufmerksamkeit weg von der Wortbedeutung, hin zur Wortform lenken. Das Kind entscheidet hier , ob ein Wort richtig oder falsch ausgesprochen wurde. (Fremdhören)

Phase 1: Das Kind soll die von Prozess betroffenen Ziel- und Ersatzlaute auf Laut-, Silben-, Wort-, Pseudowort- und Realwortebene auditiv differenzieren und identifizieren (Phonologisches Erkennen).

Phase 2: Das Kind soll ein neues motorisches Programm für die "neuen" Laute aufbauen und den Unterschied in der Produktion der Ziel- und Ersatzlaute auf Laut-, Silben- und Pseudowortebene erkennen. (motorisches Programm)

Phase 3: Das Kind soll die Ziellaute auf Wortebene korrekt bilden und selbst kontrollieren können (phonologische Speicherung, motorisches Programm, Eigenhören)


Die einzelnen Phasen sind erst abgeschlossen, wenn das Kind das entsprechende Ziel bei 80% des vorgegebenen Inputs erreichts hat.