Myofunktionelle Störung
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Myofunktionelle Störungen bezeichnen Störungen der Kraft und Bewegung mimischer Muskelgruppen. Dieser Begriff wird meist im Bereich der Kindersprache verwandt.
-> Vergleichbar mit Dysphagie bei Erwachsenen
-> Vgl. Gesichtsmuskulatur
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Ursachen
[Bearbeiten] Praenatal
- Missbildungssyndrom (z.B. Morbus Down)
- Skelettanomalien (z.B. LKGS-Spalte)
[Bearbeiten] Perinatal
- Sauerstoffunterversorgung bei der Geburt -> Minderleistung bei der WN
- alle „exotischen“ Fälle (z.B. Zangengeburt o.ä.)
[Bearbeiten] Saug-Schluck-Reflexes
- Von Geburt an ist die Zunge vor verlagert, wird im Laufe der Entwicklung eigentlich nach hinten verlagert. Auf Grund verschiedener Faktoren kann es aber zu einem "Festhalten" am Saug-Schluck-Reflex kommen:
- falsches Stillen oder auch fehlendes Stillen
- zu lange oder falsche Flaschenernährung
- zu spätes Gewöhnen an den Löffel (4.-6. Monat)
- Haltung beim Essen und Trinken
- falsches Nahrungsangebot: Kauen, Trinken beim Essen
[Bearbeiten] Daumen- und Schnullerlutschen
- Lutschoffener Biss
- Daumen ist der Zunge im Weg
- Lippen können nicht schließen
- Daumen übt Druck auf den Gaumen aus - dieser bleibt gotisch
[Bearbeiten] Ungünstige Zahn- und Kieferstellung
- z.B. Kreuzbiss -> Mahlbewegungen schwierig
- Progenie -> Vorgeschobener Unterkiefer:
Zunge liegt im Mundboden in der Ruhestellung. Es kann zum Verschlucken kommen - offener Biss
[Bearbeiten] Kieferorthopädische Geräte
- Fremdkörper im Mundraum
- Aktivatoren und Bionatoren
- Oberkieferplatten (Spangen)
- Palatinalbügel
Alle diese Hilfsmittel behindern die Beweglichkeit der Zunge und stellen ein Hindernis dar
[Bearbeiten] Behinderung der Nasenatmung
- Atmen durch den Mund behindert physiologische Zungenstellung: Gaumenformung ungenügend
[Bearbeiten] Angewachsenes oder zu kurzes Zungenbändchen
- Ankytoglosson
- verkürztes Frenulum
[Bearbeiten] Nachahmung
Wenn die Geschwister lispeln, ahmen manche Kinder dieses nach.
[Bearbeiten] Außerdem
- Anlage- und konstitutionsbedingte MFS
- Körperliche- bzw. psychische Überforderung, Stress
- Cerebrale Bewegungsstörungen, z.B. Spastiken wirken sich auf die Zunge aus, überhöhter Muskeltonus verhindert physiologisches Schlucken
- Athetos: Bewegungen sind überschießend - komplizierte Zungenführung schwierig
- Ataxie: Ausbalancieren der Bewegungen schwierig
[Bearbeiten] Klinische Symptome einer MFS
- inkompletter Lippenschluss (teilweise zu kurze Oberlippe), fehlende Muskeldehnung
- gerötete dicke Unterlippe (durch ständiges Lecken), rissig
- vermehrter Speichelfluss (Hypersalivation), evtl. mit perioralen Ekzemen
- Mundatmung
- Zugenprotrusion (Zungenvorstoß beim Schlucken)
- interdentale Zungenlage
- periorale Ekzeme (Ausschlag im Mundwinkelbereich)
- Grimmmassieren beim Schlucken (Mitbewegungen, Naserümpfen)
- Ausgeprägte Gaumenfalten (Rugae palatinae)
- hoher, enger Gaumen
- Dysgnathien (Gebissfehlstellungen)
- Artikulationsstörungen
- Eindrücke am Zungenrand (Girlanden)
- Eindrücke an der Wangeninnenseite
- Hypertonie, Hypotonie des gesamten Habitus- Schmerzfunktionssyndrom (Schmerzen bei Kieferöffnung, Knacken, Verkrampfen)
[Bearbeiten] Therapie bei MFS
Die Therapie bei einer myofunktionelle Störung setzt sich aus gezielten Übungen zur Eutonisierung der orofazialen Muskulatur zusammen und beinhaltet ebenfalls Wahrnehmungsübungen und meist auch ganzkörperliche Arbeit.
