Minimalpaartherapie

Nach Weiner (1981), Gierut (1989), Hacker (1990,2002), Barlow u. Gierut (2002). Bildet einen der Therapiekonzepte zur Behandlung von phonologischen Störungen. In der therapeutischen Arbeit wird dieses Konzept in einen sinnvollen kommunikativen Zusammenhang gebracht. Im Mittelpunkt stehen die Minimalpaare, mit deren Hilfe die bestehenden phonologischen Prozesse überwunden werden sollen. So wird der Kontrast zwischen dem Ziel- und dem Ersatzlaut erarbeitet. Es werden Missverständnissituationen geschaffen, die das Kind zwingen seine eigene Aussprache zu überprüfen


Vorgehen

Vorbereitung: Auswahl der Laute und der passenden Minimalpaare. Es werden zuerst maximale dann minimale Kontraste angeboten.

Schritt 1: Bilder oder Symbole für das jeweilige Wort des Minimalpaars werden eingeführt. Es muss sichergestellt werden, dass das Kind die Bedeutung der Wörter klar ist. Der Therapeut spricht die Wörter in zufälliger Reihenfolge vor und das Kind zeigt oder führt eine Handlung aus.

Schritt 2: Dann erfolgt der Rollentausch und das Kind spricht selbst die Wörter und der Therapeut muss zeigen oder die entsprechende Handlung ausführen. Bei vermeintlich falscher Handlung durch den Therapeuten wird das Kind aufgeklärt, was gerade passiert ist und das Kind beginnt seine eigne Aussprache zu ändern.

Zwischenschritt: Der entsprechende Laut kann zunächst isoliert angebahnt werden (wenn 1 Lautmerkmal erfüllt wird kann dies zunächst akzeptiert werden). Anhaltende Motivation ist gegeben, wenn das Kind den neuen Laut so oft wie möglich zu produzieren versucht und dafür belohnt wird. (Achtung: Objektwörter sind einfacher als Aktionswörter)

Generalisierung auf andere betroffene Wörter, sowie andere phonologische Prozesse wird erwartet.


Oft ist eine Kombination mit der Psycholinguistisch orientierten phonologischen Therapie optimal.