Larynx

Der Kehlkopf (larynx) verbindet den Rachen (Pharynx) mit der Luftröhre (trachea). Er liegt unterhalb des Zungenbeins, dem os hyoideum. Seine primäre Funktion ist der Verschluss der Luftröhre beim Schluckakt. Sekundär dient er der Phonation. Den bei manchen Männern deutlich sichtbaren Adamsapfel nennt man prominentia laryngea.


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Das Skelett des Kehlkopfs setzt sich aus vier größeren und einigen kleineren Knorpeln (cartilago) zusammen.

Aufbau

Knorpel

Schildknorpel

cartilago thyroidea

Er besteht aus zwei Teilen die in der vorderen Mitte miteinander verbunden sind. Sie stehen beim Mann in einem Winkel von ca. 90° ventral aufeinander. Der am Hals vorgewölbte und tastbare Adamsapfel (Prominentia laryngea) entsteht während des Wachstums des Kehlkopfes vor und in der Pubertät. Bei Frauen bilden die beiden Knorpelplatten etwa einen Winkel von 120°. Im oberen Bereich liegt zwischen den beiden Teilen als Einkerbung die Incisura thyroidea superior, die ebenfalls von außen getastet werden kann. Auf der Außenfläche kennzeichnet die Linea obliqua Ursprung und Ansatz von Zungenbeinmuskeln. An dem hinteren Rand jeder Platte gehen nach oben hin das längere obere Horn, Cornu superius, und nach unten hin das kürzere untere Horn, Cornu inferius, ab. Der Schildknorpel steht bei Erwachsenen etwa in Höhe des 5. Halswirbelkörpers. Im Alter senkt er sich etwas ab.

Der Schildknorpel ist mit folgenden Muskeln verbunden:

Außen:

  • Musculus thyrohyoideus
  • Musculus sternothyroideus
  • Musculus constrictor pharyngis inferior
  • m. cricothyroideus

Innen:

  • m. thyroarytaenoideus
  • m. vocalis

Ringknorpel

cartilago cricoidea

Er liegt direkt unterhalb des Schildknorpels, und ist mit diesem an dessen unterem Horn (Cornu inferius) verbunden. Seine Form lässt sich mit der eines Siegelrings vergleichen. Der vorne gelegene Bogen (Arcus cricoideus) verbreitert sich nach hinten zur Ringknorpelplatte (Lamina cricoidea). Am oberen Übergang der Lamina cricoidea zum bauchwärts gelegenen Arcus cricoideus ist jeweils an der Gelenkfläche (Facies articularis arytaenoidea) ein kleiner Stellknorpel (Cartilago arytenoidea, Aryknorpel) gelenkig aufgesetzt. Auf der unteren Außenfläche der Lamina cricoidea befindet sich beiderseits je eine Gelenkfläche (Facies articularis thyroidea)für die Verbindung mit dem unteren Horn des Schildknorpels.

Stellknorpel

cartilago arytenoidea

Dieser ist paarig und sitzt dem Ringknorpel auf. Der Stellknorpel besitzt zwei processi:

  • am processus muscularis setzt der musculus cricoarytenoideus lateralis an
  • am processus vocalis setzt das Stimmband Ligamentum vocale an

Kehldeckel - Epiglottis

cartilago epiglottica

Besteht aus elastischem Knorpel. Die Epiglottis ist über das breite ligamentum hyoepiglotticum mit dem Zungenbein und mit seinem unteren Ende über das ligamentum thyroepiglotticum mit dem Schildknorpel verbunden.

Somit ist nur der obere Teil der Epiglottis frei beweglich. Die Epiglottis kann nach dorsal geklappt werden um so den Kehlkopfeingang beim Schlucken zu verschließen, allerdings nicht durch eine aktive Bewegung sondern durch ein Heben des Kehlkopfes.

Weitere Knorpel am Kehlkopf

  • Keilknorpel cartilago cuneiformis
  • Weizenknorpel cartilago triticea

Gelenke

Name Lage und Funktion
articulatio cricothyroidea liegt als Schaniergelenk zwischen dem Schild- und dem Ringknorpel und dient dem Nähern und Entfernen der beiden Knorpel voneinander: Durch das Kippen des Schildknorpels werden die Stimmbänder gespannt bzw. erschlafft.
articulatio cricoarytenoidea liegt als Drehgelenk zwischen dem Ring- und dem Stellknorpel und ermöglicht eine Drehung und Verschiebung der beiden Knorpel gegeneinander, wodurch die Stimmritze (Glottis) erweitert oder verengt und somit das Stimmband verlängert werden kann.

Bänder

Name Lage und Funktion
membrana thyrohyoidea spannt sich zwischen dem Zungenbein und dem oberen Rand des Schildknorpels.
ligamentum cricothyroideum verbindet als kräftiges Band den Schild- mit dem Ringknorpel.
ligamentum cricotrachealis verbindet den Ringknorpel und damit den Kehlkopf, mit der Luftröhre
ligamentum vestibulare
ligamentum vocale → Stimmband, besteht aus kollagenen und elastischen Fasern und spannt sich zwischen dem processus vocalis des Stellknorpels und der Innenfläche des Schildknorpels aus.

Kehlkopfmuskulatur

  1. Glottisöffnung:
    • m. cricoarytenoideus posterior
  2. Glottisschluss:
    • m. cricoarytenoideus lateralis
    • m. thyreoarytenoideus
    • m. arytendoideus transversus
    • m. arytenoideus obliquus
  3. Stimmbandspanner:
    • m. cricothyreoideus für die Grobeinstellung
    • m. vocalis für die Feineinstellung

Stellmuskulatur

m. cricoarytenoideus posterior

Versorgung N. laryngeus inferior
Ansatz Processus muscularis des Stellknorpels
Ursprung Ringknorpel
Funktion Er zieht den Proc. muscularis des Stellknorpels nach hinten und dadurch den Proc. vocalis des Stellknorpels zur Seite. Dadurch wird die Stimmritze (Rima glottidis) zur Respirationsstellung erweitert und das Stimmband gespannt.
Lähmung Bei einer einseitigen Lähmung kann die Stimmritze nicht geöffnet werden. Eine Lähmung beider Mm. cricoarytenoideus posteriores bewirkt starke Atemnot.
Besonderheit Der m. cricoarytenoideus posterior ist der einzige Stimmritzenöffner. Der ist der Antagonist des m. cricoarytenoideus lateralis.


m. cricoarytenoideus lateralis

Versorgung N. laryngeus inferior
Ansatz Processus muscularis des Stellknorpels
Ursprung Ringknorpel
Funktion Er zieht den Proc. muscularis des Stellknorpels nach vorne und damit den Proc. vocalis zur Mitte hin, wodurch die Stimmritze bis auf einen kleinen Spalt zwischen den beiden Stellknorpeln verschlossen wird und das Stimmband entspannt wird. Der kleine Spalt ermöglich nur noch Flüstersprache. Durch den m. arytenoideus transversus wird auch der kleine Spalt verschlossen. Im Unterschied zum m. cricoarytenoideus posterior, der den Aryknorpel (Stellknorpel) nach hinten seitlich zieht, zieht der m. cricoarytenoideus lateralis beide Stellknorpel gleichzeitig auseinander.
Lähmung Bei einer einseitigen Lähmung kann die Stimmritze nicht mehr verschlossen werden. Bei einer beidseitigen Lähmung zeigt die Stimmritze während der Phonation (Stimmbildung) eine rhombusähnliche Öffnung. Darüber hinaus kann trotz einer Kontraktion des m. cricoarytenoideus posterior die Stimmritze nur etwa bis zur Hälfte (bis zur Intermediärstellung der Stimmbänder) geöffnet werden.
Besonderheit Der m. cricoarytenoideus lateralis ist der Antagonist des m. cricoarytenoideus posterior

m. thyroarytenoideus

Versorgung N. laryngeus inferior
Ansatz Processus muscularis des Aryknorpels
Ursprung Schildknorpel
Funktion Der m. thyroarytenoideus verengt die Stimmritze.
Besonderheiten Der m. thyroarytenoideus ist der Antagonist des m. cricothyroideus posterior. Einige Fasern des m. thyroarytenoideus ziehen als m. thyroepiglotticus zur Epiglottis. Der m. thyroarytenoideus entspringt zusammen mit dem m. vocalis.

m. thyreopiglotticus

Versorgung N. laryngeus inferior
Ansatz Seitenrand der Epiglottis
Ursprung Innenseite der Schildknorpelleiste
Funktion Er ist ein sehr dünner Muskel, der bei der Verengung des Kehlkopfeingangs (Aditus laryngis) hilft.
Besonderheit Er ist eine Abspaltung aus dem m. thyreoarytenoideus

m. arytenoideus transversus

Versorgung N. laryngeus inferior
Ansatz Aryknorpel
Ursprung Aryknorpel
Funktion Er nähert die beiden Stellknorpel einander an und dient damit dem Verschluss des hinteren Drittel der Stimmritze.
Lähmung Bei seiner Lähmung bleibt während der Phonation ein dreieckiger Spalt offen.
Besonderheit Er ist im Gegensatz zu den anderen Kehlkopfmuskeln unpaarig.

m. arytenoideus obliquus

Versorgung N. laryngeus inferior
Ansatz Spitze des Aryknorpels
Ursprung Processus muscularis des Aryknorpels
Funktion Er nähert wie der m. arytenoideus transversus die beiden Aryknorpel einander an und dient damit dem Verschluss der Stimmritze.
Besonderheit Einige Fasern ziehen als m. aryepiglotticus zur Epiglottis.

m. aryepiglotticus

Versorgung Seitenrand der Epiglottis ^Ursprung |Stellknorpelspitzel
Funktion Er ist ein sehr dünner Muskel, der bei der Verengung des Kehlkopfeingangs (Aditus laryngis) hilft. Außerdem hilft er die Epiglottis nach hinten zu ziehen.
Besonderheit Er liegt in der Plica aryepiglottica und ist eine Abspaltung aus dem m. arytenoideus obliquus.

Muskulatur zum Spannen

m. cricothyroideus

Versorgung N. laryngeus superior
Ansatz Unterhorn des Schildknorpels
Ursprung Ringknorpelbogen
Lage Er ist der einzige äußere Kehlkopfmuskel. Alle anderen Kehlkopfmuskeln gehören zu den inneren Kehlkopfmuskeln.
Funktion Bei festgestelltem Schildknorpel kippt er den Ringknorpel nach hinten. Dadurch wird das Lig. vocale (Stimmband) gespannt.
Lähmung Bei siener Lähmung kann das betroffene Stimmband nicht mehr vollständig gespannt werden, wodurch hohe Töne nicht mehr möglich sind. Die Stimme ist heiser und wirkt kraftlos.
Besonderheit Er wird als einziger Kehlkopfmuskel vom R. externus des N. laryngeus superior innerviert.

m. vocalis

Versorgung N. laryngeus inferior
Ansatz Processus vocalis des Stellknorpels
Ursprung Schildknorpel
Lage Liegt in der Stimmfalte.
Funktion Er reguliert durch seine Spannung die Eigenschwingung des Stimmbandes (Lig. vocale) und dient der Feinregulierung des Tons. Außerdem hilft er bei der Verengung der Stimmritze ( Rima glottis) mit.
Lähmung Bei einer einseitigen Lähmung bleibt das betroffene Stimmband schlaff. Bei einer beidseitigen Lähmung bleibt bei der Phonation zwischen den beiden Stimmbändern ein ovaler Spalt.