Klassifikationsmodell nach Dodd

Das Klassifikationsmodell nach Dodd ( 1995 ) erlaubt anhand der Diagnostik mittels PLAKKS - Psycholinguistische Analyse kindlicher Sprechstörungen eine Unterscheidung in phonetische und phonologische Störungen. Je nach erhobenem Befund, können störungsspezifische Therapiemethoden ausgewählt werden.

Basis für die Zuordnung mittels des Klassifikationsmodells stellt also eine durchgeführte Diagnostik mittels PLAKKS dar. Im Anschluss kann das Klassifikationsmodell zur Therapieplanung herangezogen werden.


Klassifikation

Es wird in vier Formen unterschieden :

  • Artikulationsstörung
  • verzögerte phonologische Entwicklung
  • konsequente phonologische Störung
  • inkonsequente phonologische Störung


Klassifikationskriterien

Artikulationsstörung

Definition : Das Kind ist unfähig ein Phon ( Laut ) sowohl isoliert als auch in jeglichem Kontext ( Wort ) korrekt zu produzieren. Das Phon ist weder phonetisch noch phonologisch erworben. Das heißt, es ist weder im phonetischen noch im phonologischen Inventar des Kindes.


Verzögerte phonologische Störung

Definition : Alle vom Kind produzierten Prozesse entsprechen der physiologischen Entwicklung, bis auf mindestens ein Prozess der untypisch für das jeweilige Alter ist.

Es handelt sich also um physiologische phonologische Prozesse, wobei mindestens ein Prozess nicht mehr altersadäquat ist.


Konsequente phonologische Störung

Definition: Mindestens ein vom Kind produzierter Prozess kommt nicht in der physiologischen Entwicklung vor. Es handelt sich hierbei also um einen pathologischen phonologischen Prozess.

Eventuell sind weitere Prozesse zu beobachten, welche altersadäquat oder altersuntypisch sein können.



Therapiemethodenauswahl

Artikulationsstörung

Methode : Klassische Artikulationstherapie nach Van Riper.

Zu Beachten sind Probleme wie: Reduzierte orofaciale Wahrnehmung, Myofunktionelle Störungen, Höreinschränkungen bei audiogenem Sigmatismus, welche einer gesonderte Behandlung bedürfen.


Verzögerte phonologische Entwicklung

Bei einer Verzögerung von ca. 3 - 6 Monaten ist anzuraten, dass Kind für ca. 6 Monate auf eine Warteliste zu setzen, eine erneute Diagnostik mittels PLAKKS durchzuführen und erst dann mit der Behandlung zu beginnen. Oft kommt es in dieser Zeit zu Spontanremissionen. Das Alter des Kindes und die Ausprägung der Störung ist hier jedoch in dem Fall zu beachten.

Methode: Therapie der verzögerten phonologischen Prozesse, z.B mittels P.O.P.T - Psycholinguistisch orientierte phonologische Therapie. Eventuell zusätzlich klassische Artikulationstherapie.


Konsequente phonologische Störung

Methode: phonologische Therapie, z.B mittels P.O.P.T - Psycholinguistisch orientierte phonologische Therapie.



Inkonsequente Phonologische Störung

Methode: Inkonsequenztherapie Primäres Therapieziel ist die Konsequenz in der Lautrealisation.

Später dann je nach Kind zusätzlich phonologstische Therapie, aber er nachdem das Kind, laut 25 - Wort - Test des PLAKKS, nicht mehr als inkonsequenz eingestuft wird.



Siehe auch

--Yvonne - Marie 14:17, 16. Aug. 2011 (CEST)