Entwicklung des Spiels

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Die Entwicklung des Spiels erfüllt verschiedene Aufgaben im kindlichen Entwickungsprozess. Es werden unterschiedliche Spielarten erworben, die in dem jeweiligen Alter, in dem sie bevorzugt gespielt werden kindliche Entwicklungsschritte anregen und unterstützen.


Die Wichtigkeit des Spiels für die kindliche Entwicklung

Das Spiel für die allgemeine Entwicklung

Im Spiel kann das Kind viele wichtige Entdeckungen machen. Die Welt ist für das Kleinkind ein "großes Chaos", welches es zu verstehen und zu ordnen gilt.

Durch das Spielen lernt das Kind Gegenstände zu sehen, zu erkennen, zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Dies ist unter anderem für die Fähigkeit der Materialerkennung und Begriffsbildung wichtig. Weiterhin entdeckt das Kind eigene Vorlieben und Möglichkeiten.


Das Spiel als Imitationsmöglichkeit

Im Spiel kann das Kind das imitieren, was die Erwachsenen ihm vorleben. Das Kind kann Erfahrungen machen und Fähigkeiten erwerben, welches es im späteren Leben, unter anderem bei der zwischenmenschlichen Interaktion, brauchen wird.

Das Kind hat weiterhin die Möglichkeit unterschiedliche Rollen einzunehmen, die es im wahren Leben nicht einnehmen kann ( Das Mädchen spielt, es sei der Papa ) oder nicht einnehmen darf. ( liebes Kind vs. böses Kind )


Das Spiel als emotionale Funktion

Durch das Spiel hat das Kind die Möglichkeit, die Eindrücke, die es den Tag über gesammelt hat zu verarbeiten. Erlebte Situationen werden nachgespielt und dadurch nochmals durchlebt, interpretiert und bewertet. Dabei lernt das Kind vorallem auch, mit eigenen Emotionen und deren Anderer umzugehen und diese zu verstehen.


Die verschiedenen Formen des Spiels

Im Alter von 0 - 6 Jahren erlernt das Kind unterschiedliche Spielformen. Es wird in fünf Spielarten unterschieden :

  • Funktionsspiel
  • Konstruktionsspiel
  • Symbolspiel
  • Rollenspiel / Fantasiespiel
  • Regelspiel


Das Funktionsspiel

Alter : 0 - 2 Jahre

Das Funktionsspiel stellt die frühste Form des Spielens dar. Schon der Säugling spielt mit seinen Fingern, mit Gegenständen und mit anderen Personen ( hier vorallem noch den Eltern ).

Die Bewegung steht hier im Vordergrund. Das Spielzeug oder die Person an sich finden hier noch wenig Berücksichtigung. Mit zunehmendem Alter werden Gegenstände immer mehr ihrer Funktion entsprechend benutzt. ( Der Ball wird gerollt und gefangen )

Ziel des Funktionsspiels :

  • Die Steuerung der Bewegung,
  • die Koordination des Sehens,
  • des Greifens
  • des Festhaltens und des Loslassens


Das Konstruktionsspiel

Alter: 2 - 4 Jahre und älter

Konstruktionsspiele zeichnen sich dadurch aus, dass am Ende des Spieles ein "Produkt" dabei heraus kommt. Das Kind beginnt etwas zu schaffen und zu produzieren.

Ziel des Konstruktionsspiels:

  • Kenntnis über die Objekteigenschaft erlangen
  • praktische Problemlösung erlernen
  • Entwickung schöpferischer Fähigkeiten


Das Symbolspiel

Alter: 2 - 4 Jahre

In dieser Phase wird die Fantasie des Kindes immer mehr ausgeprägt. Das Kind probiert nun nicht mehr alles in der Realität aus, es kann nun das Ergebnis seines Handelns innerlich vorweg nehmen.

Ziel des Symbolspiels :

  • Üben der geistigen Funktion " Vorstellung" als Vorstufe für innerliches Handeln und Denken


Das Rollenspiel / Fantasiespiel

Alter: 4 - 6 Jahre

Das Kind übernimmt die Rollen aus seiner Erlebniswelt. Personen, Tiere oder personifizierte Gegenstände werden nachgeahmt. Dabei identifiziert sich das Kind mit der jeweiligen Rollen bzw. Tätigkeit. Oftmals wählen die Kinder Rollen aus, vor denen sie sich in der Realität fürchten.

Rollenspiele sind eine kindgerechte Art und Weise Spannungen und Aggressionen ab zu bauen, sich unerlaubte Wünsche zu erfüllen. Das Spiel dient also der Stabilisierung des inneren Gleichgewichtes.

Ziel des Rollenspiels / Fantasiespiels :

  • Einfühlen in verschiedene Rollen
  • Spannungsabbau
  • Aggressionsabbau
  • Stabilisierung des inneren Gleichgewichts


Das Regelspiel

Alter: 5 - 6 Jahre

Das Regelspiel stellt die stärkste Form des Miteinander- und Zusammenspiels dar. Es geht darum, dass Regeln anerkannt und eingehalten werden müssen. Kindergartenkinder sehen diese Regeln oft als Zwangsregeln an. Es sollte bei der Spieldurchführung auf Kontinuität geachtet werden. Das heißt, dass die Spiele immer nach den gleichen Regeln gespielt werden müssen da neue Regeln zu einem neuen Spiel führen. Neue Spielformen sollten daher auch mit einem neuen Namen eingeführt werden. Mit steigendem Alter erkennt das Kind, die Spielregeln als soziale Vereinbahrung an.

Ziele des Regelspiels:

  • Regeln anerkennen und einhalten
  • zusammen / miteinander Spielen


--Yvonne - Marie 15:45, 18. Aug. 2011 (CEST)