Checkliste kindliches Stottern

Mit der Checkliste nach Cooper & Cooper aus dem Jahr 1985 lässt sich im Rahmen der Anamnese die Wahrscheinlichkeit eines chronischen Stotterverlaufs abschätzen.

Die Fragestellungen und Auswertung sind gültig für Kinder zwischen drei und acht Jahren.

Es werden Fragen zu verschiedenen Indikatoren gestellt, die sich jeweils mit Ja oder Nein beantworten lassen.

Indikatoren

Folgende Indikatoren werden abgefragt:

Ideographische Indikatoren

  • Kommt chronisches Stottern in der Familie vor?
  • Nimmt der Schweregrad der Sprechunflüssigkeiten (Häufigkeit, Dauer) zu?
  • Traten die Sprechunflüssigkeiten erstmals eher in oder Form von Blockierungen auf?
  • Bestehen die Sprechunflüssigkeiten überdauernd seit dem Erstauftreten?
  • Bestehen die Sprechunflüssigkeiten seit 2 Jahren oder länger?

Indikatoren auf der Einstellungsebene

  • Nimmt das Kind seine eigenen Sprechunflüssigkeiten wahr?
  • Erlebt das Kind wegen seiner Sprechunflüssigkeiten kommunikative Angst oder Furcht?
  • Befürchtet das Kind, dass sich seine Sprechprobleme verschlimmern?
  • Vermeidet das Kind Sprechsituationen?
  • Zeigt das Kind bzgl. Seiner Sprechunflüssigkeiten Ärger oder Frustrationsgefühle?

Indikatoren auf Verhaltensebene

  • Gehören zu den Sprechunflüssigkeiten Dehnungen bzw. Lautdehnungen?
  • Bestehen die Wiederholungen weniger aus Ganzwort- oder Satzteilwiederholungen und häufiger aus Teilwortwiederholungen?
  • Werden die Teilwortwiederholungen von sichtbaren Stress- und Anspannungsreaktionen begleitet?
  • Treten die Teilwortwiederholungen mehr als 3-mal beim selben Wort auf?
  • Tritt bei Silbenwiederholungen ein erhöhtes Sprechtempo auf?
  • Wird während der Silbenwiederholungen der Schwa-Laut inadäquat produziert?
  • Ist der Atemstrom während der Wiederholungen häufig unterbrochen?
  • Dauern die Dehnungen länger als 1 Sekunde an?
  • Beträgt der Anteil der Dehnungen an den Sprechunflüssigkeiten mehr als 1 Prozent?
  • Treten die Dehnungen unrund und unterbrochen auf?
  • Treten bei Dehnungen sichtbare Anspannungsreaktionen auf?
  • Werden die Dehnungen plötzlich beendet?
  • Ist der Atemstrom bei stimmhaften Lauten unterbrochen?
  • Sind die Pausen (Schweigen) vor Äußerungen ungewohnt lang?
  • Ist die Sprechmelodie eingeschränkt und monoton?
  • Kommt es während einer Sprechunflüssigkeit zum Abbruch des Blickkontaktes?
  • Kommt es während einer Sprechunflüssigkeit zu beobachtbaren Verzerrungen des Gesichts oder zu Körperbewegungen?


Auswertung

  • bis 6 Ja-Antworten: Remission wahrscheinlich.\\
  • bis 15 Ja-Antworten: sorgfältige Beobachtung notwendig.\\
  • bis 27 Ja-Antworten: chronischer Verlauf des Stotterns wahrscheinlich.


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