Apraxie

Apraxien sind neuromotorische Störungen, die sich durch die Unfähigkeit, bei erhaltener Beweglichkeit zu handeln, d. h. die beweglichen Körperteile "zweckmäßig zu bewegen", auszeichnen[1]. Apraxien äußern sich auf nonverbaler Ebene (als sogenannte Bewegungsapraxien) und auf verbaler Ebene (als Sprechapraxie).


ideomotorische Apraxie

Bei der ideomotorischen Apraxie handelt es sich um "eine Störung in der sequentiellen Anordnung von Einzelbewegungen zu Bewegungsfolgen oder von Bewegungen zu Handlungsfolgen. [...]. Die elementare Beweglichkeit ist vorhanden." (//Wirth//, 1994:709). Ideomotorische Apraktiker zeigen typischerweise Parapraxien, d.h. geforderte Bewegungen werden durch andere substituiert, so wird z. B. nach Aufforderung zum Naserümpfen die Zunge gezeigt. Zusätzlich kommt es einerseits zu Überschußbewegungen, d.h. es werden überflüssige Bewegungen ausgeführt, andererseits bleiben einige Bewegungen unvollständig. Außerdem treten Perseverationen, also ständige und unwillkürliche Wiederholungen der vorhergehenden Bewegungen oder Handlungen auf.

Eine Sonderform der ideomotorischen Apraxie stellt die buccofaziale Apraxie dar, die auch Gesichtsapraxie genannt wird. Wie der Name schon vermuten lässt, sind bei der Gesichtsapraxie lediglich die Bewegungen des Gesichtes gestört. Die Gesichtsapraxie darf auf keinen Fall mit der Sprechapraxie verwechselt werden, da bei ihr die Mimik, nicht aber die Artikulation beeinträchtigt ist.

ideatorische Apraxie

Die sehr seltene ideatorische Apraxie ist definiert als Störung der Handlungsabfolge. So können ideatorische Apraktiker z.B. nicht mehr Kaffee kochen, da sie die nötigen Handlungsschritte vertauschen.

konstruktive Apraxie

Bei einer konstruktiven Apraxie treten optisch-räumliche Störungen auf. Die Patienten können z. B. selbst einfache Puzzlespiele nicht zusammenlegen, oder sie haben Schwierigkeiten, das Behandlungszimmer im Krankenhaus zu finden, weil sie sich ständig verlaufen.


Apraxien auf verbaler Ebene werden unter Sprechapraxie ausführlich behandelt.

Quellen

  1. Liepmann, Pschyrembel, 1969, Seite 77