Aphasie Schnelltest

Der Aphasie Schnell-Test (AST) dient zum Erfassen von Aphasien in der Akutphase, sowie zur Differentialdiagnose von Aphasien, Dysarthrien und Sprechapraxien. In kurzer Zeit kann die Frage geklärt werden, ob eine (akute) Aphasie vorliegt. Zudem kann der Schweregrad der Aphasie eingeschätzt werden. Getestet werden Verständnis, Ausdruck, Lesen und Schreiben.

Inhalt

Der Test beinhaltet die Überprüfung des auditiven Sprachverständnisses sowie des Lese-Sinn-Verständnisses auf Wort-, Wortgruppen- und Satzebene mit Bildunterstützung. Zusätzlich wird das Instruktionsverständnis getestet. Die verbalen Benennleistungen werden sowohl mit als auch ohne Bildunterstützung über freie Wortgeneration auf Einzelwortebene bis hin zur Satzebene im semantischen Feld erfasst und mehr oder weniger qualitativ bewertet. Ebenso erfolgt das Abprüfen der Leistungen im schriftlichen Bereich. Kürzt man das Verfahren um den Untertest ´Sprechen´, ist eine Differenzialdiagnose Aphasie – Dysarthrie möglich. Der AST ermöglicht eine Klassifikation der Aphasie (Standardsyndrome) und die Überprüfung aller sprachlichen Modalitäten. Es werden die pragmatisch-kommunikative, die semantisch-lexikalische und morphologisch-syntaktische Ebene abgefragt.

Der Test gibt grob Aufschluss über die oben genannten Leistungen. Für eine detaillierte Therapieplanung sind die Ergebnisse aufgrund der geringen Itemzahl jedoch nicht aussagekräftig genug. Da für jede Schwierigkeitsstufe in dem entsprechenden Untertest nur ein Testbegriff existiert ist eine Generalisierung der Leistungen fraglich. Die Patienten sollten entsprechend der Auffälligkeiten weiterdiagnostiziert bzw. beobachtet werden.

Der Test ist speziell in der Akutphase für motorisch weniger eingeschränkte Patienten mit einer Aufmerksamkeitsspanne von mind. 15 Minuten gut einsetzbar. Die Probanden sollten Deutsch als Muttersprache haben und mindestens 21 Jahre alt sein. Zudem sollten sie mindestens einen Hauptschulabschluss besitzen. Größere visuelle Problematiken, Verwirrtheitszustände oder Demenzen sollten ausgeschlossen werden, da ansonsten die Gefahr von verfälschten Ergebnissen besteht.

Vorteile

  • Schweregradfeststellung
  • Entwicklungsverlauf ist dokumentierbar
  • Kurze Testdauer (15 Minuten) und schnelle Auswertung
  • Testung aller sprachlichen Modalitäten (Verstehen, Sprechen, Lesen, Schreiben)
  • Bietet groben Überblick über die Schwere der vorliegenden Störung
  • Ergebnisse vergleichbar mit dem Aachener Aphasie Test (AAT)

Nachteile

  • Systematische Beurteilung der Spontansprache fehlt
  • Kaum Aussagen über Störungsschwerpunkt möglich
  • Bildmaterial teilweise uneindeutig und unübersichtlich
  • Geringe Itemzahl
  • Wenig festgelegte Zielitems, Patient kann diejenigen wählen, die ihm leichter fallen
  • Therapieplanung anhand der ermittelten Ergebnisse nur eingeschränkt möglich
  • Nur symptomorientiert Aussagen, Störungsursachen können nicht ermittelt werden